Mitten vor der königlichen Hofgesellschaft hämmerte mein Herz unbarmherzig unter den erdrückenden Lagen rosa Seide.

Das Siegel, das unauslöschlich in den tiefrosa Samt meines Mieders gestickt war, war kein bloßer Zierrat. Es war das uralte Blutwappen der wahren Kaiserin – das Wappen meiner Mutter, der rechtmäßigen Herrscherin dieses Reiches, die vor zwanzig Jahren durch die giftigen Intrigen der jetzigen Königsfamilie in die tödliche Verbannung gestürzt worden war.

Der Prinz wich zurück, sein Gesicht zur Geisterblässe verzerrt. Seine Lippen bebten, während er krampfhaft versuchte, Worte zu formen. „Nein… das ist unmöglich! Sie ist tot! Du kannst nicht…“, stammelte er, bevor seine Stimme in überschlagender Panik erstarrte. Er brüllte plötzlich durch den hallenden Saal: „Garde! Tötet sie! Schlagt ihr sofort den Kopf ab! Sie ist eine Hochverräterin!“

Doch kein einziger Soldat rührte sich. Das hasserfüllte Raunen im Saal erstarrte zu einer drückenden, eisigen Totenstille. Jeder Aristokrat wusste um das dunkle Geheimnis dieser Halle: Die rotierende Messingplattform war kein Werkzeug des prunkvollen Hofvergnügens. Sie war einst von meiner Mutter als das Prüfungsgericht des wahren Blutes erschaffen worden. Wer ihre tödlichen, kreisenden Klingen ohne einen einzigen Makel beherrschte, trug das unumstößliche Recht der Krone in sich.

Während die Wachen in starrer Ehrfurcht ihre Lanzen senkten und langsam vor mir niederknieten, trat ich mit einem eisigen Lächeln einen Schritt nach vorne. Mit der Ferse meines Satinschuhs übte ich exakt den Druck auf den Verriegelungsmechanismus aus, den meine Mutter mich in jahrelangem, blutigem Training gelernt hatte.

Ein tiefes, mechanisches Dröhnen erbebte im Fundament des Palastes. Massive Eisengitter fielen mit dröhnendem Knall vor sämtliche Ausgänge. Die schweren Tore waren verriegelt. Niemand aus dieser verkommenen Oberschicht konnte mehr entkommen.

„Lange genug hast du dich an den Qualen der Wehrlosen ergetzt“, sprach ich, und meine Stimme hallte wie Donnerschlag durch die majestätische Halle. „Du hast Unschuldige demütigen lassen, Menschenleben wie Abfall behandelt und dich auf dem Verrat an meiner Familie bereichert. Heute fordert die rechtmäßige Krone ihren Zins.“

Der Prinz stolperte rückwärts, verfing sich voller Panik in seinem eigenen königlichen Mantel und fiel jämmerlich die Stufen seines Throns hinab. Seine Arroganz war wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Er war kein unbesiegsamer Herrscher mehr; er war nur noch ein erbärmlicher, zitternder Feigling.

Auf mein stummes Nicken hin traten die zwei höchsten Kommandanten der Palastgarde vor. Sie ignorierten die kreischenden Befehle des Prinzen, packten ihn brutal an den Armen und schleiften den um Gnade flehenden Verräter die Marmortreppe hinunter.

Sie warfen ihn rücksichtslos genau auf die rotierende Messingplattform, die sich unerbittlich weiterdrehte.

Der Prinz besaß weder das Gleichgewicht noch die Würde der wahren Blutlinie. Hilflos und gedemütigt wirbelte er auf der tödlichen Scheibe. Die rasende Zentrifugalkraft riss ihm den Prunkmantel vom Leib, während die scharfen Bronzekanten seine Haut schnitten und ihn vor den Augen des gesamten Adels wie ein Tier über das Podium schleuderten. Das Lachen der Höflinge war längst verstummt; stattdessen hallten nun seine verzweifelten, schmerzerfüllten Schreie von den goldenen Wänden wider.

Ich schritt langsam an den Rand des Podests, blickte auf den wimmernden Tyrannen herab und genoss jeden einzelnen Herzschlag seines Ruins. Ich neigte mich leicht zu ihm: „Meine Mutter sendet ihre Grüße aus dem Exil.“

Dann richtete ich mich auf, sah dem gebrochenen Haufen zu meinen Füßen voller Verachtung in die Augen und hob langsam meine Hand. Mit exakt derselben kalten, überheblichen Handbewegung, mit der er kurz zuvor noch das Leben anderer zerstört hatte, wischte ich ihn ab und gab den Wachen das finale Zeichen.

Die Krone kehrte an ihren rechtmäßigen Platz zurück. Und der Prinz fand sein wohlverdientes Ende in genau der Grausamkeit, die er für andere erschaffen hatte.

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